Mittwoch, 1. Februar 2017

Jonathan Stroud: Lockwood & Co - Das flammende Phantom


Ich habe mir vorgenommen, wieder mehr über meine gelesenen Bücher zu berichten. Ich war sogar schon am Überlegen, eine neue Rubrik einzurichten: Bücher mit "Katzenfaktor" 😃 Ich kann nichts dafür, aber wenn in einer Geschiche eine Katze vorkommt, und sei es in der unbedeutendsten Nebenrolle, dann freut mich das. Besonders, wenn die Katze dann auch noch gut beschrieben ist. Es ist ein bißchen so, als wäre man in unbekannten Gefilden unterwegs und würde unverhofft auf ein Katzentier stoßen. Vielleicht grüßt sie freundlich, vielleicht blinzelt sie einem aber auch nur zu. Und trotzdem geht man anschließend beschwingter weiter 😉

In meiner letzten Lektüre spielten Katzen allerdings keinerlei Rolle, sieht man mal davon ab, dass ich das Buch größtenteils mit Katze auf den Beinen gelesen habe. Neben Katzen, den echten und den Buchbewohnern, mag ich allerdings auch Grusel- und Geistergeschichten, und deshalb ist die Jugenbuchreihe "Lockwood & Co." von Jonathan Stroud natürlich nicht unbemerkt an mir vorbei gegangen. Besonders gefallen hat mir, dass die Reihe in einer alternativen Wirklichkeit spielt: 

Seit rund 50 Jahren wird England von einer Geisterplage heimgesucht, die viele Menschen nicht nur um ihren Schlaf, sondern in etlichen Fällen auch um ihr Leben gebracht hat. Denn die Geister sind längst nicht alle harmloser Widerhall vergangenen Unrechts, die meisten sind bösartig und auf Rache aus. Eine Berührung allein reicht aus, um beim Opfer die Geistersieche hervorzurufen, die unweigerlich den Tod zur Folge hat. Geister und ihre übernatürlichen Manifestationen sind für die Augen der Erwachsenen unsichtbar, nur Kinder können sie erkennen. Daher haben sich in den vergangenen Jahrzehnten Agenturen von Geisterjägern gebildet - unter der Führung Erwachsener gehen Kinder und Jugendliche als Agenten auf Geisterjagd. Die bekanntesten dieser Agenturen sind Rotwell und Fittes, doch in den letzten Jahren hat eine kleine, unabhängige Agentur den Markt kräftig aufgemischt: Lockwood & Co. Das besondere an dieser Agentur: die jugendlichen Agenten arbeiten selbstständig und ohne die Beteiligung Erwachsener - und sind dabei auch noch deutlich erfolgreicher als die alteingesessenen Agenturen! Das Team besteht aus dem Agenturchef Lockwood, dem Recherchegenie George und der höchst begabten Lucy, deren Fähigkeit, Geister nicht nur zu hören, sondern auch mit ihnen Kontakt aufzunehmen, beinahe einmalig ist. Im dritten Band stößt Holly, eine ehemalige Rotwell-Agentin, zur Agentur und bringt die eingespielte Team-Chemie gehörig durcheinander. Und dann ist da noch der Totenkopf im Glas - ein sprechender Geist, den nur Lucy hören kann, und der für gewöhnlich kein Blatt vor den Mund nimmt.

Nachdem Ich-Erzählerin Lucy am Ende des dritten Bandes die Agentur verlassen hat, arbeitet sie erfolgreich als selbständige Agentin. Das Alleinsein hat jedoch Spuren hinterlassen, und so wirft sie ihre Bedenken ohne zu zögern über Bord, als eines Tages Lockwood vor ihr steht und sie bittet, ihr altes Team als freie Mitarbeitern bei einem Fall zu unterstützen, zumal der der Auftrag von Penelope Fittes höchst persönlich kommt. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse: gefährliche Geisterquellen, die eigentlich vernichtet sein sollten, werden auf dem Schwarzmarkt gehandelt, das Glas mit dem Totenkopf wird gestohlen, und in einem kleinen Dorf weckt ein unheimliches Phantom die Toten aus ihren Gräbern ...

Wie auch in den vorherigen Bänden erzählt Lucy hier ihre Geschichte wieder selbst: mit einer kräftigen Prise Selbstironie plaudert sie humorvoll von ihren Erlebnissen, streitet sich mit dem sarkastischen Geist des Totenkopfs (der sehr an Strouds Bartimäus erinnert), wendet sich immer wieder direkt an den Leser und hält ihn dabei geschickt bei der Stange. So richtig fies gruselig wird es nur selten, richtig fies nägelzerkauend-spannend dafür um so öfter. Und auch der vierte Band endet wieder mit einem richtigen Knall! Das Warten auf den fünften Band wird lang ...

Fazit: Die Jugendbuch-Reihe von Jonathan Stroud ist Lesefutter im besten Sinne: humorvoll und spannend geschrieben, mit einer durch und durch originellen Geschichte.

Kommentare:

  1. Ah, ich hatte mich schon gefragt, wie der Autor Lucy und Lockwood wieder zusammenführen würde. Gelesen habe ich den Band noch nicht. Ich leihe mir die Reihe aus der Bibliothek aus und habe all meine Vormerkungen auf die Zeit nach dem Umzug verschoben, damit es keine Probleme gibt.

    Ich muss ja zugeben, dass ich den ersten Band immer noch am Besten fand, weil das Ganze so erfrischend war. Während Band 3 mir ein bisschen zu viel Gefühlschaos beinhaltete - gerade rund um die neue Agentin.

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    1. Band drei fand ich auch nicht sooo gut wie der ersten beiden, aber der hier ist wieder voll auf der Höhe. Und mit Büchereibüchern umzuziehen, ist immer eine schlechte Idee, von daher: freu dich, wenn der Umzug erst mal geschafft ist, gibt's Belohnungslektüre ;-)

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    2. Ah, schön zu hören, dass der vierte Teil besser ist als der dritte! :)

      Theoretisch würden die Büchereibücher auch nichts mehr ausmachen, wenn ich all meine Büchermengen so sehe und die diversen Listenvermerke mit "SuB!" oder "Sofort auspacken!". *g* Auf jeden Fall werde ich mir im kommenden Monat jedes bisschen Belohnungslektüre verdient haben. ;)

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