Samstag, 27. März 2010

Eins zu Null für Katze Weiß

Katze Weiß frisst gern.
Ihr Nassfutter.
Ihre Trockenfutter-Ration.
Die Trockenfutter-Ration von Katze Schwarz.
Die Blumen der Menschenfrau.
Die Cornflakes der Menschentochter. Wahlweise mit Milch oder ohne.
Das belegte Brötchen des Menschenmannes, notfalls auch trocken.
Wenn's schnell gehen muss ("Ver*%$"§$tes Katzenvieh!"), auch mal Brötchen frisch aus mit der Papiertüte...

Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

Und führt zu einigen auf den ersten Blick recht eigentümlich anmutenden Gebräuchen der Menschenfamilie.

Blumen stehen bei uns oft im Badezimmer. (Katze Weiß kommt nicht an die Türklinke)
Cornflakes lagern wir grundsätzlich im Backofen. (Klappe zu schwer für gewisse weiße Pfoten)
Der Brötchenkorb steht nur unmittelbar während des Frühstücks auf dem Tisch, ansonsten lagert er auf dem Hängeschrank. (Noch. Katze Weiß arbeitet an einem Weg da hinauf...)

Und das Trockenfutter-Schälchen von Katze Schwarz steht im geschlossenen Schrank.

Wenn Katze Schwarz Hunger auf einen kleinen Snack zwischendurch hat, setzt sie sich vor den Schrank. Wer immer gerade vorbei kommt, macht ihr dann die Tür auf, damit Katze Schwarz snacken kann.
Meistens hoppelt Katze Weiß dann auch recht zügig in die Küche.
Und guckt Katze Schwarz beim Fressen zu.
Schiebt sich unauffällig näher.
Katze Schwarz ist ein geselliges Tier, daher macht sie Katze Weiß gern Platz am Napf.
Das ist der Moment, in dem Katze Weiß regelmäßig von Menschenhand eingefangen wird.
Das ärgert sie.

Vor ein paar Tagen war es dann soweit: Zeit für eine Strategie-Anpassung.

Katze Schwarz sitzt vor dem Schrank und nimmt einen kleinen Happen zu sich.
Katze Weiß schleicht sich in die Küche, sieht die Menschenfrau am Tisch sitzen und bleibt unschlüssig in der Tür stehen.
Kurzer Blick in Richtung Katze Schwarz, die geräuschvoll vor sich hin knuspert.
Unschlüssiges Schwanzwedeln von Katze Weiß.
Menschenfrau liest weiter in der Zeitung.
Katze Weiß setzt sich zielstrebig in Bewegung. Statt zum Napf zu tapsen, umrundet sie Katze Schwarz jedoch und steigt IN den Schrank.

Menschenfrau schaut verdutzt hinterher.

Katze Schwarz knuspert unbeeindruckt weiter.

Katze Weiß kriecht im Schrank hinter die Kartoffelkiste, wühlt sich zwischen den Essig- & Ölflaschen durch, steigt über die Alufolie hinweg und erreicht den Futternapf von der anderen Seite.

Zweistimmiges Knuspern ertönt.

Die Menschenfrau lässt ihren Kopf ganz sachte auf den Tisch sinken und wimmert leise...

Kommentare:

  1. Herrlich! :-D Das könnte so ungefähr auch bei mir passieren, mit Kater gefleckt als Katze Weiß und Katze Grau als Katze Schwarz.

    Besonders bekannt erscheint mir die aufgeknubberte Brötchentüte. Die liegt seitdem im Schrank, nachdem eine meiner Katzen zeitweise den Brotkorb aufschieben kann. :-)

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  2. hihi, herrlich, lach...

    Mein (schwarzer) Merlin ist auch so eine Nuss, der Marlowe den Vortritt oder Beitritt am Napf gewährt. Eine Zeitlang hatte ich das (also Marlowe) ganz gut im Griff, letzterer wartete dann,bis Merlin den Freßnapf verließ. In meiner letzten Urlaubsabwesenheit wurde Merlin allerdings wieder bestimmt von Marlowe aufgefordert, die leckeren Sachen ihm zu überlassen. Meine Erziehungsarbeit beginnt also erneut.

    Vor Merlins probierender Pfote muß ich dagegen regelmäßig stilles Wasser, trockenen Riesling und zuletzt Kaffee in Sicherheit bringen ...

    Schönes Wochenende!

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  3. Iiieeeh - die Vorstellung, Katze Weiß könnte es jemals schaffen, unseren Brotkorb aufzuschieben, lässt mir gerade sämtliche Haare zu Berge stehen. Zum Glück interessiert sie schnödes Brot nicht. Riesling oder Kaffee übrigens auch nicht, bei Tee kann sie jedoch nicht widerstehen. Gerne in Olde English Style mit ordentlich Milch. Und Katzenhaar. Urgs.

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